Feuerwehr Triptis

Wohngebäudebrand in Neustadt an der Orla

Bei einem Großbrand in der Neustädter August-Bebel- ­Straße waren am Donnerstagvormittag 86 Feuerwehrleute von fünf Feuerwehren im Einsatz. Eine Bewohnerin erlitt eine Rauchgasvergiftung.Von den brennenden Gebäuden in der Ernst-Thälmann-Straße 5 und 7 aus in Neustadt an der Orla zogen dicke Rauchschwaden über die Stadt. Foto: Brit Wollschläger Foto: Brit Wollschläger

Neustadt an der Orla. Einen Großbrand in der Neustädter Innenstadt bekämpften am Donnerstagvormittag 86 Feuerwehrleute der Region, darunter aus Neustadt (30), Pößneck(25), Triptis(20), Neunhofen (6) und Lichtenau (5).

Zwei Wohngebäude in der August-Bebel-Straße sowie ein Hinterhaus waren betroffen. Eine 75-jährige Bewohnerin, die eine Rauchgasvergiftung erlitt und ins Krankenhaus gebracht wurde, war von Neustädter Feuerwehrleuten mit der Drehleiter aus ihrer Wohnung im ersten Stock gerettet worden. Ihr 73-jähriger Mann und ihr 41-jähriger Sohn konnten das Gebäude selbst verlassen. Der Brand war durch einen Passanten um 10.07 Uhr gemeldet worden. Es qualmte zunächst am Gebäude in der ­August-Bebel-Straße 5, offenbar von der Rückseite her. Die Feuerwehren starteten gezielte Löschangriffe sowohl im Inneren der Gebäude mit mehreren Trupps, als auch von oben mit Hilfe der Drehleitern. Die meisten Einsätze waren nur mit Atemschutzausrüstung möglich. Es gab eine sehr starke Rauchentwicklung. Beinahe die ganze Stadt Neustadt befand sich unter einer dicken Wolke beißendem Qualms. Anwohner wurden laut Polizei aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Mehrere Straßen in Neustadt waren aufgrund des großen Feuerwehreinsatzes zwischenzeitlich gesperrt worden. Insgesamt 58 Feuerwehrleute haben unter Pressluftatem-Technik den Kampf gegen die Flammen aufgenommen - darunter 20 aus Pößneck, 13 aus Triptis, 24 aus Neustadt und ein Kamerad aus Neunhofen. Gegen 11.35 Uhr war der Brand unter Kontrolle, wie von der Neustädter Einsatzleitung zu erfahren war. Jedoch konnte ein Übergreifen des Feuers vom Gebäude Nummer 5, wo vermutlich der Brand ausgebrochen war, auf das Haus Nummer 7 und das angrenzende Hinterhaus nicht verhindert werden. "Die baulichen Gegebenheiten sind hier sehr ungünstig. Es ist alles sehr verwinkelt und verschachtelt. Und es gibt zwischen diesen älteren Gebäuden keine brandschutztechnische Trennung", erklärte Kreisbrand­inspektor Uwe Tiersch. Zur Brandursache laufen die Ermittlungen der Polizei noch. Der Sachschaden liegt laut ersten Schätzungen bei mindestens 65 000 Euro, wie von Eddy Krannich von der Landespolizeidirektion Saalfeld zu erfahren war. Die Bewohner des Nachbargebäudes, Nummer 7, waren offenbar gerade nicht zu Hause, als die ersten Feuerwehren kamen, wurden aber von Bekannten telefonisch informiert und kamen sofort zum Ort des Geschehens. So war die junge Mieterin Nicole Gräfe sehr erleichtert, dass die Feuerwehrleute ihre zwei kleinen Kätzchen "Mia" und "Strolch" aus der verqualmten Wohnung gerettet haben. Die beiden Kätzchen wurden sofort in die Wohnung eines Freundes gebracht, wo auch ­Nicole Gräfe zunächst übernachten kann. Ob sie ihre eigene Wohnung überhaupt noch betreten kann, wusste sie bis gestern Mittag nicht. Uwe Gerber, Neffe des Hauseigentümers der Nummer 7, konnte den Anblick des brennenden Hauses gar nicht fassen. "Ein Wahnsinn, und dann noch der Wind, der macht alles noch schlimmer", rief er. Uwe Gerber hatte in den letzten Wochen und Monaten damit begonnen, sich eine Wohnung in dem Haus auszubauen. Das Dach war erst kurz zuvor neu gedeckt worden, mehrere Räume waren bereits renoviert und eingerichtet, auch eine Einbauküche war schon drin, erzählte er fassungslos, während die Feuerwehrleute bis zur Erschöpfung gegen das Feuer ankämpften.

Brit Wollschläger 29.01.15 OTZ

 

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